Vergessen haben die Jusos bei ihrem Protest, dass Lonsdale selbst seit längerem versucht, von ihrem Image wegzukommen. So gründete die britische Firma bereits vor drei Jahren die Kampagne "Lonsdale loves all colours", mit der Anti-Rassismus Projekte unterstützt werden. Demonstrativ setzt man farbige Models in Werbekampagnen ein. Auch trennte sich der deutsche Lizenznehmer Punch GmbH von Händlern, die Mode-Labels der rechten Szene vertreiben. In Folge dessen sei beispielsweise der Umsatz im Brennpunktgebiet Sachsen seit September 2003 um 75 Prozent eingebrochen.
Auf ihrer Internetseite rudern die Jusos jetzt zurück. Es sei nicht die Absicht gewesen, der Firma finanziellen Schaden zuzufügen. Immerhin würden durch einen Verkaufsstopp bei Quelle 15 - 20 Prozent des Umsatzes von Lonsdale-Produkten in Deutschland wegfallen. Unbestritten sei aber die immer noch große Beliebtheit der Marke in rechtsextremen Kreisen. Aus diesem Grund stehe man noch immer hinter der Aktion. Die Textpassage "Wir haben zu wenig beachtet, dass sich Lonsdale offensiv gegen Rassismus einsetzt und gestehen diesen Fehler eindeutig ein" wurde hingegen inzwischen wieder von der Seite genommen. Quelle ruderte mit deutlich weniger Medienrummel zurück: "Wir haben uns nach reiflicher Überlegung entschlossen, die Marke Lonsdale weiter zu führen."
Wie es mit Lonsdale in Deutschland weiter geht bleibt indes offen. Die Punch GmbH kündigte nun an, dass sie, wohl auch aufgrund der immer wieder neuen Diskussionen um das Label, nicht beabsichtigt den Ende des Jahres auslaufenden Lizenzvertrag mit Lonsdale zu verlängern.




