F: Wie geht es dir? Was hast du im Sommer gemacht? Konntest du den
Sommer genießen dieses Jahr?
L: Der Sommer 2024 war großartig. Wir haben auf einigen Festivals gespielt
und dazu haben wir noch einige Club-Konzerte gespielt. Die meisten
Konzerte haben wir in Deutschland gespielt, aber es waren auch Gigs in
Spanien und Norwegen dabei.
Außerdem habe ich diesen Sommer einen Proberaum bzw. ein kleines
Studio außerhalb von Kopenhagen gebaut. Dort haben wir, hat The
Movement viel Zeit verbracht.
Es ist schön. Wir nennen es "Mississippi Studio".
F: Seitdem du THE MOVEMENT gegründet hast, ist THE MOVEMENT eine
politische Band. Wie siehst du Israel-Palästina-Konflikt?
L: Es ist eine furchtbare Situation.
F: Was kann von der internationalen Gemeinschaft getan werden um die
Situation zu entschärfen. Wie kann Frieden geschaffen werden?
L: Ich weiß es nicht!
Ich glaube nicht, dass die internationale Gemeinschaft den Frieden will.
Ähnlich ist die Situation im Ukraine-Russland-Konflikt.
Die NATO expandiert, Finnland und Schweden (nach 200 Jahren Neutralität)
treten der NATO bei (eine Zentralisierung der militärischen Kräfte), sie
werden 34 neue Stützpunkte in Skandinavien bauen.
Wir haben bereits amerikanische Soldaten in Dänemark.
Alle Politiker, von links bis rechts, jubeln.
Ich kann nirgendwo eine Friedensbewegung erkennen.
F: Die meisten europäischen Nationen driften nach rechts ab.
Was denkst du, was sind die Gründe dafür und wie kann das Ganze
wieder mehr nach links gedreht werden? Was muss da passieren?
L: In meinen Augen hat die Linke auf ganzer Linien versagt.
Für mich gibt es kein „Links oder Rechts“ mehr.
Es gibt ein Auf und Ab - wie Bob Dylan sagt.
Es ist eine schlechte Strategie, zu denken, dass die Menschen sich politisch
klar positionieren müssen und eine tiefgreifende politische Bildung
benötigen, bevor sich etwas verändern kann.
John Lennon sagte: Der Krieg ist vorbei - wenn du es willst!
Wenn die Menschen ihre eigene Autorität zurückerobern und sagen:
" Nein! Werft die Waffen weg, wir machen das nicht mehr"...
Dann könnte etwas passieren... wenn wir es wirklich wollen!
Es ist eine traurige Entwicklung. Jedoch weiß ich nicht, wie sich diese
Entwicklung kurz-und mittelfristig ändern kann.
F: Kann der Kampf gegen den Klimawandel auch eine gesellschaftliche,
soziale Veränderung mit sich bringen?
L: Ich weiß nicht, wie man den Klimawandel bekämpfen kann, ist das wirklich
möglich?
Ich habe vielleicht eine Idee, wie man sich auf den Klimawandel vorbereiten
kann, denn das Klima hat sich schon immer verändert.
Er wird einen sozialen Wandel mit sich bringen! Ich glaube, das ist der Sinn
und Zweck des Ganzen.
Aber es ist kein sozialer Wandel, den ich mir wünsche.
F: Ich habe oft das Gefühl, dass der Naturschutz in der linken Szene
vernachlässigt wird, obwohl wir die Natur so sehr zum Überleben
brauchen. Wie siehst du das?
L: Da hast du absolut Recht.
Wir sind ein Teil der Natur. Das ist ganz klar.
Ich unterscheide ganz klar zwischen Umwelt und Klimawandel.
Ich denke, dass die großen Solarfarmen auf Feldern oder auf der grünen
Wiese nicht positiv für die Natur sind. Es ist vielmehr eine Schande, dass so
Natur oder Agrarfläche umgewandelt wird.
Die neue „grüne Agenda“ mit den Batterien usw. ist nichts anderes als ein
neuer Markt für die großen Unternehmen, um Geld zu verdienen.
Der Abbau von Batteriemetallen hat nichts Grünes an sich.
F: Siehst du THE MOVEMENT, in der Art und Weise wie sie Dinge
ansprechen als radikale Band?
L: Nein, eigentlich nicht.
Wir sind Wahrheitssuchende.
Wir gehören keinem ideologischen Glaubenssystem an, unser Hauptziel ist
die Freiheit. Und selbst “Freiheit“ ist heutzutage ein negatives Wort
geworden, denn wenn wir nicht dem Narrativ folgen, werden wir gelöscht
und zensiert.
Früher wurden Meinungen diskutiert, aber heute nicht mehr so sehr.
Wir sind eine Rock'n Roll-Band!
F: Wie schafft THE MOVEMENT es, diesen unglaublich energetischen Sound
und diese atemberaubende Show auf die Bühne zu bringen?
L: Es ist hart, aber wir mögen es!
Wir sind alle sehr gut darin, uns zu entspannen, wenn wir nicht spielen, wir
können alle lange schlafen.
Ich stehe um 12.00 Uhr auf, wenn ich zu Hause bin.
Der Sound ist der 3pice-Sound, den ich liebe, es ist schwer zu erklären,
aber es sind Rickenbacker-Gitarren und Rock'n Roll ist Energie.
Es ist eine Frequenz die uns verbindet.
F: Wie ist aktuell die Situation der Linken und der Punks in Dänemark?
L: Aus meiner Sicht, ist die Situation sehr schlecht.
Früher war die Linke für Freiheit und gegen den Krieg.
Heute folgen sie der gleichen Agenda und dem gleichen Narrativ wie der
(politische) Mainstream. Heute schreien sie alle nach mehr Waffen für die
Ukraine.
F: Wie stehst du zu Spotify und Co.?
L: Ich nutze Spotify, wenn ich zu Hause bin. Das liegt auch daran, dass ich alle
meine Vinylscheiben nicht mehr habe.
Wir verdienen nicht wirklich Geld mit Spotify, aber es ist besser für uns, dort
zu sein, als nicht dort zu sein.
Wir können Geld verdienen, indem wir live spielen.
F: In Kürze (16.10.2026 - 26.10.2026) geht THE MOVEMENT auf eine Tour mit elf Konzerten, ohne Off Day. Wie bereitet Ihr euch auf so eine Tour vor?
L: Leider hat sich unser Schlagzeuger Alexander Page neulich in die Hand
geschnitten.
Jetzt müssen wir einen anderen Schlagzeuger mitnehmen. Wir haben
Philip Ingemann gefragt, der von 2015-2017 bei THE MOVEMENT gespielt
hat. Philip wird auf der Tour als Schlagzeuger dabei sein. Wir mussten
dadurch ein bisschen mehr proben, damit er die neuen Songs lernen kann.
Das wird gut werden.
Ansonsten freuen wir uns darauf, herumzukommen und eine gute Zeit zu
haben.
F: Gibt es eine Person mit der du einen Tag im Tourbus verbringen wollen
würdest?
L: Chuck Berry.
Oder vielleicht mit einem gesprächigen Alien aus einer entfernten Galaxie.
F: Das letzte Album “Future Freedom Time“ ist 2020 erschienen und somit schon wieder vier Jahre alt. Ist ein neues Album in Planung?
L: Ja, wir haben angefangen erste Demos aufzunehmen.
Wir werden das Album in unserem eigenen Studio, dem “Mississipi Studio“
in der Nähe von Kopenhagen aufnehmen.
“Future Freedom Time“ wurde zwei Wochen vor dem Ausbruch der Corona-
Pandemie veröffentlicht, so dass unsere Tourneen abgesagt wurden und
das Album nie die Aufmerksamkeit bekam die es verdient hätte.
Ich kann aber schon sagen, das nächste Album wird großartig werden.




