Kennst du das auch?
Du kommst von einem harten, stressigen Arbeitstag nach Hause und hast eigentlich auf nix und niemanden mehr Bock und willst deine Ruhe. Irgendwie ist da aber eine innere Unruhe, die dir sagt, dass der ganze Stress irgendwie raus muss. Das Fitnessstudio ist zu teuer, der Sandsack im Flur ist durch und Counter Strike macht auch keinen Spaß mehr. Was machen?
Nachbarn verkloppen, kleine Kinder grundlos anschreien oder die eigenen Möbel zerstören?
Alles Maßnahmen die man ergreifen kann, die aber Quatsch sind.
Besser ist da, die neue Platte von INNER SPIRIT aufzulegen. Das Rügener Label Rügencore Records, betrieben von Leuten der Band C.O.R., hat sich der Combo aus Rostock angenommen und ihr zweites Album veröffentlicht.
Die Band nennt ihren Sound Metal - Punk was etwas verwundert. Metal und Punk, kann das gehen? Beim ersten Hören der Scheibe bohrt sich der Sound bereits nachhaltig ins Ohr.
Um die vorhergehende Frage zu beantworten “Ja, das kann sehr gut gehen“.
Die Jungs von der Ostseeküste kommen ganz klar aus dem Metal. Das fett aufgenommene, den Beat derbe vorgebende Schlagzeug und die dröhnenden, tiefen Gitarren unterstreichen dies. Der Gesang kommt kraftvoll und meist recht hardcorelastig daher, wobei die Grenzen zum Metal und Metalcore fließend sind.
Was dann allerdings doch den Bereich des Punk berührt, sind die Melodien, die deutlich nicht klassische Metal - Melodien sind, sondern ihre Herkunft aus Punk und Hardcore nicht verleugnen können. Der brachiale Sound zeigt allerdings, dass die Jungs nur marginal mit Punkrock aufgewachsen sind. Vielleicht hat man mal The Exploited gehört, aber ansonsten sind die Hardcore – und Metalcore - Wurzeln diejenigen die am präsentesten sind.
Die Musik von INNER SPIRIT kann man mit Fug und Recht als mitreißend bezeichnen. Als kleines Schmankerl für die Fraktion die gerne Bands mit Besonderheiten hört, sei gesagt, die Rostocker setzen auch Percussions in ihren Songs ein. Die Dinger bringen noch mal einen ordentlichen Bums mit rein, und machen den Sound noch härter. Beim letzten Song gibt es sogar ein kleines Solo davon.
INNER SPIRIT machen wirklich Spaß, auch nach mehrmaligem Hören. Was allerdings schwierig werden kann, ist der Hang den Lautstärkeregler immer weiter nach rechts zu drehen. Ich beschalle, glaube ich, gerade die halbe Straße in der ich wohne.
Die Rostocker haben viel richtig gemacht mit “Last Beat in sight“.
Reinhören und der Band eine Chance geben wird wärmstens empfohlen.




