MOONKID – GESCHICHTEN VOM MOND

Review

MOONKID

GESCHICHTEN VOM MOND

Genre
CD
Label
MISSGLÜCKTE WELT
Band
Moonkid
Datum
24.08.2026
Autor
Frank
9 /10

Heute ist Sonntag und der Hund wird eingeschläfert

Es gibt ja vieles was man am Sonntag machen oder lassen kann, aber den Hund einschläfern lassen (zu müssen) gehört wohl zu den schlimmsten Erfahrungen die man als Mensch machen kann.

MOONKID hat viele intensive Erfahrungen gemacht im Leben. Diese Erfahrungen verarbeitet er auf “Geschichten vom Mond“ seinem Debütalbum. Der Sound den er sein eigen nennt ist recht speziell. Es wird mal von Trap gesprochen, von Rap, von Punk von Rock und es wird auch von Emo-Pop gesprochen.

Ja, was denn nun, möchte man fragen?

Alles davon, lautet die Antwort.

Der Sound erinnert mich teilweise an die alten Sachen von Swiss, z.B. vom “Wixxtape“. So ist es nicht verwunderlich, dass MOONKID zur Familie der “Missglückten Welt“ gehört. Eine Familie in der auch Diggen, Ferris MC und natürlich Swiss und die Anderen zu Hause sind. Eine Familie die sich gegenseitig Halt gibt und zusammen die Welt einreißen will. Eine Familie die sich eine bessere Welt wünscht. Eine Welt ohne Nazis, ohne kapitalistischen Leistungsdruck, eine Welt mit mehr Ehrlichkeit und mehr Mittelfinger.

Songs die diese Einstellung widerspiegeln sind auch auf “Geschichten vom Mond“ zu hören, wie z.B. “Lebenslauf (feat. Swiss und die Anderen)“ oder “Bordstein“. Das sind Lieder die Bock auf Pogo machen und Energie geben. Songs die den Herzschlag erhöhen und Druck auf den Puls ausüben.

Allerdings sind diese Songs, so viel Spaß wie sie machen, doch recht leicht bekömmlich und sind so oder so ähnlich auch von Swiss und die Anderen zu hören.

Das bedeutet nicht, dass die Songs schlecht sind, nur sind sie eben nichts wirklich Neues oder gar etwas Besonderes.

Anders verhält es sich mit den Songs in denen MOONKID darüber singt wie er sich fühlt, was er erlebt hat. Wie die Welt ihn verwirrt, wie verwirrt er ist.

Es geht in den Texten um seine Gefühle, um Drogen die er nimmt oder genommen hat um Unsicherheiten und Druck zu kaschieren. Es geht um Liebe die er sich so wünscht und die er nicht bekommt, zumindest nicht die, die er braucht.

Es geht um Leere.

MOONKID macht sich bei diesen Songs nackig. Er zeigt seine Verletzlichkeit.

Jemand der solche Texte schreibt wie “Vorbild“, “Liebe“ oder “Mein letzter Song“ hat diese auch erlebt. Das ist echt und berührt. Diese Songs treffen ins Herz.

MOONKID singt über Gefühle die viele Menschen nach voll ziehen können. Er ist ein Sprachrohr, kein Vorbild, kein besserer Mensch, sondern ein Mensch der verletzlich, und widersprüchlich ist.

Das Debüt-Album “Geschichten vom Mond“ ist vielschichtig und einfach stark.

Ein Album, wie eine Psychotherapie.

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cover Moonkid - GESCHICHTEN VOM MOND
cover Moonkid - GESCHICHTEN VOM MOND
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