Die musikalischen Machtkämpfer mit Künstlernamen Frosti, Zombie, Caipi und Obelix wollten im Jugendhaus ihre CD "Staatsfeind No. 1" vorstellen. Dazu hatten sie vier weitere Bands eingeladen. Gemeinsam wollten es die Punks krachen lassen.
Doch überraschend ließ es gestern die Stadt krachen. Bothe fiel nämlich erst ein Text von Machtkampf in die Hand und danach die Kinnlade runter: "Das Lied RAF ist gewaltverherrlichend, hetzend und menschenverachtend. Über Geschmack lässt sich streiten. Aber wenn Musiker sich als Erben der Terroristen bezeichnen und für ihre Taten danken, ist eine Grenze überschritten." Zudem haben sie das Lied "Polizei SA/SS" im Programm – das steht auf dem Index. "Die Lieder sind nicht dazu angetan, sie in städtischen Häusern zu spielen. Darum sagen wir das Konzert ab."
Für die Punks stürzte eine Welt ein. "Wir sind fassungslos", so ein zerknirschter Machtkampf-Sänger Christian Frost. "Jahrelang spielen wir die Lieder, nie hat es jemand gestört." Er versichert, dass die Band die fraglichen Lieder am "Samstag definitiv nicht gespielt" hätten. Dann begab sich Machtkampf auf den Rückzug und löschte die umstrittenen Songtexte von der Internet-Homepage. Als friedlicher Punk reichte Frost der Stadt die Hand zur Versöhnung: "Wir haben das Problem aus der Welt geschafft. Nun hoffen wir, dass das Konzert im Jugendhaus Ost stattfinden kann."
Quelle: Wolfsburger Allgemeine Zeitung
Das Konzert wird nun definitiv nicht stattfinden. In wieweit die Kompromissbereitschaft der Band sich also bezahlt macht steht in Frage. So mag man als Beobachter an der Verbundenheit der "friedlichen Punks" mit ihren teilweise tatsächlich recht aufrürerischen Texten zweifeln. Statements zu dem Thema sind auf der Machtkampf-Homepage zu finden.




