Nach Glücksgefühle-Eklat: Campino holt Alphaville-Sänger auf die Bühne

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Nach Glücksgefühle-Eklat: Campino holt Alphaville-Sänger auf die Bühne

Datum
03.09.2026
Autor
aaaaaprvdgrwwelt

Der Streit um den gestrichenen Auftritt von Alphaville beim Glücksgefühle-Festival am Hockenheimring zieht mittlerweile weite Kreise. Nachdem Marian Gold bei einem 80er-Festival in Hamburg mehrfach politisch Stellung bezogen hatte, wies ihn Veranstalter Markus Krampe darauf hin, solche Äußerungen bei seinen Events zu unterlassen. Man wolle einen Ort schaffen, an dem Besucher*innen "jenseits jeglicher möglicher Konflikte" ihren Alltag vergessen können – Politik solle dabei außen vor bleiben. Da Alphaville das nicht hinnehmen wollte und selbst von einem "Maulkorberlass" sprach, wurde die Band ausgeladen. Krampe verweist auf sein Hausrecht als Veranstalter und hat zusätzlich eine Kölner Anwaltskanzlei beauftragt, Golds Social-Media-Äußerungen prüfen zu lassen.

Die Reaktion aus der Musikszene ließ nicht lange auf sich warten. Bei ihrem Konzert am Mittwochabend in Münster – ausgerechnet der Gründungsstadt von Alphaville – nutzte Campino die Bühne vor 25.000 Fans für klare Worte: Es sei absurd, jemanden auszuladen, der sich gegen die AfD und Trump positioniere und für Demokratie stehe. Da sei eine neue Grenze überschritten worden. Dann die Überraschung: Marian Gold selbst kam unter großem Jubel auf die Bühne. Sein Kommentar zum Glücksgefühle-Festival ließ an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig – gemeinsam mit Campino sang er anschließend "Forever Young".

Das Glücksgefühle-Festival ist durch die Ausladung inzwischen genau das geworden, was die Veranstalter eigentlich vermeiden wollten: politisch aufgeladen. Auch Peter Brings von den Brings positionierte sich klar: Wären die Kölschrocker in diesem Jahr gebucht gewesen, würden sie nicht mehr auftreten. Wer als Künstler jetzt nicht klarstelle, Antifaschist zu sein, dem gehe es nur ums Geld, so Brings. Er wünscht sich zudem eine Reaktion von Mitveranstalter Lukas Podolski, der selbst als Kind polnischer Einwanderer in Deutschland mit offenen Armen empfangen wurde – ein Umstand, über den er angesichts der aktuellen Vorgänge bei seinem eigenen Festival nachdenken sollte.

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