Störtebeker...nee, VERSTÖRTE BECKER! Nicht ganz ein Anagramm, aber fast.
Genauso unperfekt wie VERSTÖRTE BECKER.
Hinter VERSTÖRTE BECKER verbergen sich vier nicht ganz unbekannte Krachmacher aus dem Ruhrgebiet.
Der Vierer besteht aus Fisch (Die Lokalmatadore), Alex Schwers ( wer weiß viele Bands und Kopf hinter dem Ruhrpott Rodeo), Thorsten Lersch (Pott Riddim) und Nikolaj Sonnenscheiße (Die Kassierer).
Was kann wohl raus kommen, wenn diese vier Männer gemeinsam Musik machen?
Vier Songs, die so abwechslungsreich sind, dass man denken könnte, hier durfte jeder einen Song mit Musik, Text und allem beisteuern.
Der Gesang von Fisch ist so markant, dass man durchweg an Die Lokalmatadore denken muss, obwohl VERSTÖRTE BECKER schneller und härter sind, aber ein Lied nach dem anderen. Sind ja nur vier Songs.
“Dieser Mann trinkt viel“ ist ein Song der so auch von Die Lokalmatadore oder von Die Kassierer kommen könnte. Ein Song über Alkohol. Ein Refrain zum mitsingen. Ein einfaches Arrangement, das zum pogen anregt, zum Bier trinken und zum mitsingen.
Klare Botschaft? Nun ja, der Mann trinkt viel Alkohol.
Muss jeder Text einen tieferen Sinn haben?
“Hitlers Schwanz“. Was soll man dazu sagen? Ein Text der beschreibt, wie Hitlers Schwanz gefunden wird und der ganz steif wird, als er bei Fisch zu Hause liegt. Gut, dass er da liegt, denn sonst würde womöglich ein Führer gezüchtet werden aus der DNA von dem genannten Pimmel. Das muss verhindert werden und wer wäre da besser geeignet als Fisch himself? Ein Song irgendwo zwischen Nonsens und Politik. Bestimmt lustig, wenn in der Fußgängerzone ein paar Punks singen “Hitlers Schwanz gehört jetzt mir“.
Diese Art Humor muss man mögen.
“Taugenichts“. Ein Punkrocksong mit tiefgreifendem, intelligenten Text der zum nachdenken und noch besser zum nachmachen animiert. Meine Lieblingszeile in dem Lied ist die folgende:
Am Tag, da schaue ich den Vögeln zu,
und Abends, da habe ich ein Rendezvous
“Polaroid“ ist der schnellste und härteste Punkrocksong auf dieser EP. Dabei ist es sogar der längste Song, er geht knapp über zwei Minuten.
Es ist es ein sehnsüchtiger Song. Ein Song, der an die längst vergangene Jugend erinnert. Was man dort erlebt hat, wie viel Spaß man gehabt hat und was bleibt? Nur ein “Polaroid“.
VERSTÖRTE BECKER, vier Männer die einfach mal was zusammen machen wollten, etwas Neues, etwas Anderes sollte es sein. Es ist seltsam vertraut was da aus den Boxen kommt, was aber auch kein Wunder ist, bei dieser kleinen “All-Star“-Band.
Die EP macht Lust auf mehr und der Gedanke daran die vier Männer zusammen live auf der Bühne zu sehen, lässt mich schon kribbelig werden.
Physisch gibt es die vier Songs in einer Picture 7“ die auf 500 Stück limitiert ist!




