Miracles – Motels

Review

Miracles

Motels

Genre
CD
Label
Music Mansion Records
Datum
04.01.2016
Autor
King Kraut
4 /10
Schon die zweite Band, die mir als ein Nachfolgeprojekt von THE SAINTES CATHERINES angepriesen wird. Jetzt muss ich mir doch mal jene kanadische Punkrocker reinziehen. So. Ordentlich gemachter melodischer Punkrock, der schön nach vorne geht, aber diese Tom Waits-Stimme, der mich schon bei POWERNAP abtörnte, ist zu dominant dabei, als dass ich das genießen könnte. Exkurs zu Ende.

Hier haben sich nun diese harten Knochen zusammengesetzt mit Gastmusikern, um für jeweils einen Song in einem Motel die Atmosphäre einzufangen, die da unterwegs aufkommt. In Country-Songs. Auf französisch. Steht alles so im hübsch gestalten Booklet, inklusive Schwarzweiß-Fotos lasziver After Show-Mitfickgelegenheiten. Oder sind das Gastmusikerinnen? Oder beides?

Das Konzept finde ich nicht schlecht, wie ist die Umsetzung? Da bin ich gespalten. Zunächst bin ich nicht unbedingt ein glühender Country-Fan, da muss also schon etwas besonderes kommen, um mich bei der Stange zu halten. Verschiedene Stimmen bei den Songs sorgen für Abwechslung, allerdings kommt die ganze CD etwas schläfrig daher. Ein Session-Gefühl ergibt sich durch gelegentliches Geplänkel zwischen den Stücken, das ist ganz nett, vermag aber nicht wirklich mitzureißen. Eine Dosis mehr Pop-Appeal in den Melodien hätte vielleicht gut gepasst. Nach mehrmaligem Hören tut sich zumindest das eine oder andere Detail in den Songs auf. Das ist etwas, was man gut kann: Das Album mehrmals hintereinander durchlaufen lassen.

Dann der Gesang. Reibeisen, das mag ich generell nicht, wie gesagt. Dann kommt noch etwas hinzu, was sich nach kurzer Internet-Recherche als die kanadische Aussprache herausstellt. Ganz subjektiv muss ich sagen: Nicht sehr schön. Das erinnert mich an ein Mädchen aus meiner Schulzeit, das ich ganz süß fand, bis ich sie das erste mal sprechen hörte, mit einem ganz schrecklichen Akzent, den ich zwar nicht einordnen konnte, der aber eher abschreckend wirkte. Geschmackssache. Die Band erklärt ihre Entscheidung für die französische Sprache, statt wie wie bisher Englisch, damit, dass man seine Gefühle nicht so leicht dahinter verstecken kann. Das würde ich so auch unterschreiben. Da die Texte aber überwiegend davon handeln, irgendwelche Trullas in die Kiste bekommen zu wollen, hätte Englisch („die Sprache Bon Jovis“, so MIRACLES) völlig ausgereicht. Quod Bon Jovi licet, non bovi licet, wie schon Caligula sagte.

Wer Country mag, wer vielleicht einen Bezug zur kanadischen Musikszene hat, für den mag dieses Album interessant sein. Für mich ist es eher ein Kuriosum und kann mich aus den angeführten Gründen nicht begeistern.

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