Koeter – Caribbean Nights

Review

Koeter

Caribbean Nights

Genre
CD
Label
Rookie Records
Datum
19.02.2015
Autor
King Kraut
5 /10
Ein Köter, vom einen Ende beißt er, vom anderen Ende stinkt er, und zwischen beiden Enden kann man ihn im besten Fall ein Bisschen streicheln. Ich gebe zu, dass ich mit bestimmten Erwartungen an diese Band herangetreten bin, guten und schlechten, nur um jetzt im Ergebnis völlig geteilter Meinung zu sein. Aufdröselung folgt.

Der Bandname lässt räudigsten Punk erwarten, aber wer vorab schon rein hört, weiß, dass da schon der erste Irrtum liegt. The State of Deutschpunk ist heute allzu oft Indierock mit darüber gerufenen inhaltlich unverständlichen Texten. Weil sich keiner aus dem nicht mehr jugendlichen Publikum die intellektuelle Blöße geben will, zuzugeben, dass er nichts davon kapiert, finden es sicherheitshalber alle toll. Ein Bisschen ist leider auch KOETER in diese Falle gelaufen, und man muss es auch erwähnen, weil der Gesang hier stark im Vordergrund steht. Manchmal lösen diese Collagen aus leicht abgewandelten Zitaten (Na, auch auf dem WIZO-Konzert gewesen?) und Schlagworten etwas in mir aus, nicht selten beißen sie ins Leere. Fun Fact: Der selbe Sänger hat in der Band NEINNEINNEIN bereits sehr viel mehr geradeaus getextet, das hier soll wohl das Kontrastmittel sein.

Wenn ich diesen anstrengenden Aspekt beiseite lasse, folgt die positive Überraschung, dass die zunächst eher starre Musik doch einen erfreulichen Reiz entfaltet. Irgendwo zwischen TREND und späten ...BUT ALIVE angesiedelt (auch die werden zitiert, na sowas), ist der Sound weit und offen und lässt für jedes Instrument Platz, um seinen Teil mit maximaler Wirkung beizutragen. Bei den hier eingestreuten Melodien ist der KOETER dann doch wieder der beste Freund des Menschen. Sie tragen Gefühl in die Musik und bieten auf diese Weise ein angenehmes Gegengewicht zur Monotonie. Aus dieser Kombination könnte man noch mehr rausholen!

Für ein Debut brauchbar, geht „Carribean Nights“ in eine Richtung, mit der ich Moment wenig am Hut habe. Mal sehen, wie sich die Band weiterentwickelt; Potential ist da, nur der Kopf scheint mir noch den Weg zu blockieren.

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