VENEREA kommen aus Schweden und existieren mit Unterbrechungen seit 1991. Die Band hat schon mit so ziemlich allen Bands der Szene gespielt und müsste eigentlich jedem was sagen. Eigentlich, den so richtig bekannt und berühmt sind sie nie geworden. Vielleicht liegt das daran, dass die Bandmitglieder immer auch andere Bands hatten oder vielleicht weil die Band sich nicht verkaufen will. Vielleicht aber auch, weil der Name auch “Geschlechtskrankheit(en)“ bedeutet.
VENEREA haben mit “Lean Back in Anger“ ein Album veröffentlicht, was nicht nur das musikalische Können der Band extrem gut darstellt. Die Songs bieten Melodien, Breaks, Hooklines die einen schwindelig werden lassen, treibende Schlagzeugparts, Oldschool Hardcore(-Punk)-Einlagen die ihre Wurzeln im´80er Hardcore haben und immer wieder perfekte passende Tempiwechsel. Der Gesang passt perfekt dazu und folgt locker der Geschwindigkeit der Songs. Besonders wenn es zweistimmig wird, merkt man dass die Band keinen Deut älter geworden ist. Die Jungs spielen noch locker 80% der Bands an die Wand, wenn nicht mehr.
Die Texte bieten Tiefgang und werfen viele Fragen auf, die auch an der eigenen Szene nicht Halt machen, aber selten anprangernd sind. Die Lebenserfahrung der Bandmitglieder spielt hier sicher eine Rolle, Ernüchterung trifft Optimismus, Realismus trifft Traumwelten.
Mit “Lean Back in Anger“ hat VENEREA ein verdammt aggressives Punkmonster erschaffen, welches aber nicht aus blinder Wut besteht, und genau deshalb etwas ist, was Zeichen setzt. Trotz Alter und Lebenserfahrung, oder vielleicht gerade dadurch, ist dieses Album durch und durch gelungen.




