SOKO LINX – PUNK FÜR LEUTE DIE PUNK HASZEN

Review

SOKO LINX

PUNK FÜR LEUTE DIE PUNK HASZEN

Genre
LP
Label
FETTFLECK FRECORDS
Datum
03.08.2026
Autor
Frank
8 /10

Eine Band die ihren Bandnamen mit SOKO beginnt, Abkürzung für Sonderkommission, eine zusätzliche oder besondere Gruppe bei der Polizei, z.B. für die Aufklärung von schweren Verbrechen wie Mord oder linkem politisches Engagement, will auffallen und das tut die Band aus Leipzig-Connewitz auch. Natürlich Connewitz, für manche der Chaotenbezirk, in Berlin heißt sowas Gefahrengebiet.

Da fühlen wir uns doch wohl, oder? Genau da ist unsere kleine Welt die wir so lieben. Weltoffen, tolerant und kapitalismuskritisch. Natürlich auch ein bisschen eine Utopie leben, aber was macht das schon? Bei dem Ganzen, permanenten Weltuntergang ist das eine gute Möglichkeit nicht verrückt zu werden.

SOKO LINX haben sich also gegründet und veröffentlichen auf dem Label von Loikaemie ihr Debüt-Album. Fettfleck Records und Loikaemie öffnen sicher Türen, wie Hellcat Records für Grade2, aber ich schweife ab.

SOKO LINX machen also Musik für Leute die Punk haszen. Natürlich mit “Z“, weil “SS“ zu schreiben ist ja quasi schon faschistisch.

Netter Sponti-Spaß!

Wie früher, als wir jedes “A“ umkreisten und uns diebisch freuten.

Was machen also die drei vermummten radikalen Knuddelpunks? Habe ich Knuddelpunks geschrieben? Naja, süß sind sie ja schon irgendwie, in ihren roten Sturmhauben und ihrem Style. Und sie klingen wie Supernichts und Farin Urlaub.

Melodien wie “Stein des Anstoszes“ sind quasi von Supernichts (oder Detlef) geklaut und mit einem Gesang der nach Farin Urlaub klingt. Die Texte erinnern sehr an den Gitarristen von Die Ärzte. Wer weiß schon wirklich genau wer sich unter der Sturmhaube verbirgt?

Stücke wie “Gewaltenteilung“ (ein Wort, das die Rechtsprechung in der Demokratie beschreibt. Was war das noch mal? Judikative, Exekutive…und Legislative) klingen dann eher wie eine Mischung aus Deichkind und K.I.Z.. Der Text des Songs ist großartig, beschreibt er doch was als “gute“ Gewalt und was als “schlechte“ Gewalt empfunden bzw. in den Medien als eben solche “verkauft“ wird.

Natürlich dürfen Gastmusiker nicht fehlen. So singt Axel von Wizo bei “Zeitmanagement“ mit. Bei “Kein Kompliment“ sind The Dead End Kids dabei.

Der Song “Feuer, Pfeife, Reminiszenz“ ist für mich eine kleine Hommage an Die Ärzte, die auch in den Song gesampelt werden. Die beste Band der Welt hatte mal eine Ansage auf der B-Seite der Single “Hurra“ beim Song “Ekelpack“ (Live aus München). Drei Dinge braucht der Mann…

Im Gegensatz zu Gunter Gabriel, der mal sang, dass der Mann sechs Dinge braucht.

Ach, ich schweife schon wieder ab.

Man ist auch mal egoistisch, besungen in “Verkehrsteilnehmer innen“, aber hey, den Text kann doch jeder von uns, also ich meine wirklich jeder, nachvollziehen, oder?

Es gibt hier also für Groß und Klein etwas gut zu finden.

Hatte die Band beim legendären FETTFEST dieses Jahr in Leipzig gesehen.

Was soll ich sagen?

Manchmal schließe ich die Augen wenn ich Musik höre und genau in diesen Momenten war die Band gar nicht so schlecht.

Mit offenen Augen war es mir etwas zu laut und zu dick aufgetragen.

Textlich wird viel Gutes dargeboten. Mal erklärend, mal so dass man denkt hier redet ein guter Freund / eine gute Freundin und mal sarkastisch und zynisch.

Man kann schwer sagen, dass SOKO LINX schlecht sind, versuchen sie doch den Spagat Alt-Punks und Neu-Punks zusammen zu bringen und Gemeinsamkeiten auszuloten. Das ist wichtig, gerade in den jetzigen Zeiten. Ob das gelingen wird?

Zumindest mischen SOKO LINX die Szene auf und erhalten Aufmerksamkeit. Das ist richtig und wichtig. Wie die Musik gefunden wird, soll jeder für sich selber entscheiden, jedoch und das ist mir wichtig, niemals unbeachtet lassen, dass die Band aus Leipzig-Connewitz etwas bewegen kann, was größer ist als sie selber.

Welche Veränderungen damit einhergehen…wir werden es sehen.

Schlimmer wird es auch ohne SOKO LINX.

Also “Kleiner Demokrat, was nun?“

Links:

// Noch keine Kommentare — schreib den ersten!

Kommentar schreiben

Max. 2.000 Zeichen

☆ STAY LOUD ☆