Die dunklen Wolken der Vorratsdatenspeicherung

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Die dunklen Wolken der Vorratsdatenspeicherung

Datum
16.11.2007
Autor
aaaaaprvdgrwwelt
15 Kommentare
Am 9. November hat die große Koalition den Gesetzentwurf zur Einführung der Vorratsdatenspeicherung in Deutschland beschlossen. Als nächstes wird der Bundesrat dazu Stellung nehmen, anschließend entscheidet der Bundespräsident, ob er das Gesetz unterzeichnet. Damit ist dann der Weg geebnet, Telekommunikationsanbieter und Internetprovider ab dem 1. Januar 2008 zur Speicherung von Telefonverbindungen, Verbindungen mit dem Internet, Email-Verkehr, Fax und SMS-Nachrichten für eine Dauer von sechs Monaten "auf Vorrat" zu verpflichten. Diese Daten müssen auf Anweisung den Strafverfolgungsbehörden zur Ansicht zur Verfügung gestellt werden.

Wie weit die Überwachung heute schon geht musste die Band Mono für Alle schon am eigenen Leib erfahren. Aufgrund des Textes ihres Liedes "Hallo Verfassungsschutz" erweckten diese schon einmal die Aufmerksamkeit der bayerischen Staatsschützer, welche die Löschung des Liedtextes von der Homepage der Gruppe verlangte. Nun meldet Mono für Alle, dass auch die Staatsanwaltschaften Stuttgart (man erinnere sich an deren Kampf gegen die durchgestrichenen Hakenkreuze) und Gießen seit knapp einem Jahr gegen sie aufgrund des Lieds "Amoklauf" ermittle. Demnach soll der mit dem Fall beauftragte Staatsschutz das Umfeld der Bandmitglieder observiert, Schulakten durchforscht und Konzertveranstalter kontaktiert haben. Dies alles sei ohne Kenntnis der Bandmitglieder geschehen, die nach eigenen Angaben erst kürzlich aufgrund der Befragungen in ihrem Umfeld von den Ermittlungen erfahren haben. Laut der Ermittlungsakte der Behörden müsse der Titel in Zusammenhang mit Amokläufen an Schulen gesehen werden. Sogar eine "Anleitung zu Straftaten" gemäß Paragraph 130a StGB wird unterstellt. Der ganze Artikel ist im Heise Online Newsticker nachzulesen.

Auch p-u-n-k.de wird von dem Gesetz im nächsten Jahr betroffen sein. So müssten neben den Logs unseres Hosters insbesondere beim kostenlosen Email-Dienst Informationen über die Besucher gespeichert und auf Verlangen weiter gegeben werden. Bislang geschieht dies nicht, auch eine anonyme Anmeldung ist ausdrücklich erlaubt. Dies wäre so nicht mehr möglich. Selbst Google erwägt die Schließung seines Freemail-Services Gmail, sollte das Gesetz wirklich in Kraft treten.

Um diese Schreckensvision doch noch zu verhindern, soll eine Verfassungsbeschwerde gegen die Vorratsdatenspeicherung eingereicht werden. Hierfür sind möglichst viele UnterstützerInnen notwendig, die sich beteiligen. Alle Volljährigen deutschen Staatsbürger sind deshalb aufgerufen, sich an der Verfassungsbeschwerde zu beteiligen. Es entstehen hierfür keinerlei Kosten, man kann also nur gewinnen - die Freiheit vor der totalen Überwachung.

hab ich schon lang getan :smile:
ich sag nur "freiheit statt angst"

*für nacktheit im park* genial :lol:

select 17.11.2007

schon lange abgeschickt die beschwerde^^

Sleini 17.11.2007

Auch schon lägst mit gemacht. Versteht sich von selbst !! :thumbup:

knox 18.11.2007

ich war auf der demo in bonn und mus sagen es waren wenig leute da und die passanten kümmerts überhaupt nicht völliges desintresse fand ich schon sehr traurig das wir bald einen perfekten stasi staat haben und keinen jukt es

vicious 18.11.2007

Werden nur die Daten über das telefonat oder auch der inhalt gespeichert

ich weiß es nich und hab leute getroffen die beides behauptet haben

atze_67 18.11.2007

Hab die Vollmacht schon auf den Weg gebracht!

knox 18.11.2007

FASAGA -amoklauf
+
Selbstmordparty - Amoklauf

werden dann ja sicher auch überwacht hähähä

aaaaaprvdgrwwelt 19.11.2007

Danke an alle, die den Protest unterstützen. Wer jetzt nichts tut braucht sich hinterher auch nicht zu beklagen über irgendwelche Repressalien. Erschreckend finde ich auch, wie sehr das Thema an vielen Punks vorbei geht. Da ist es wichtiger sich um seinen Suff zu kümmern oder sich gegenseitig dumm anzumachen, wer jetzt politisch korrekter ist.

@vicious
Nur die Verbindungsdaten. Also wen du wann angerufen hast, auf welchen Seiten du wann gesurft bist usw. Sonst wäre die Datenmenge nicht zu bewältigen. Wer anderes behauptet hat einfach keine Ahnung von dem Thema. Ich bin trotzdem gespannt was passiert, wenn man die Inhalte noch irgendwann mengenmäßig verarbeiten kann.

@Knox
Deinetwegen wird diese Seite jetzt auch überwacht. Die scannen doch nach Worten wie Amoklauf, Terror, Al-Kaida, Bombe, etc.

knox 19.11.2007

http://www.schaeuble-wegtreten.de/

http://www.uberwach.de/

auch noch interesanteseiten zu dem thema

knox 20.11.2007

Ermittlungen gegen Mono für Alle!
http://de.indymedia.org/2007/11/200020.shtml

kann man auch noch was zu nachlesen sowie im neuen plastic bomb auch

nebensklo 21.11.2007

Mh, das Lied von Mono für alle gefällt mir. Ist ja sowas von aggressiv und anstachelend :rolleyes:

knox 22.11.2007

Demonstration gegen den Überwachungswahn

Am 24. November 2007 findet in Köln eine Demonstration "gegen den Überwachungswahn" statt.
Sie richtet sich - ähnlich wie Proteste in den letzten Wochen - gegen die Vorratsdatenspeicherung im Bereich der Telekommunikation.
Organisiert wird der Protest in der Domstadt von der Bürgerrechtsinitiative "Freiheit ist Sicherheit" (FIS).
In zahlreichen Städten hatten kürzlich Menschen gegen die Vorratsdatenspeicherung mit Mahnwachen oder kleineren Demonstrationen protestiert.
In Berlin waren nach Veranstalterangaben bei einer Großdemonstration 15.000 Menschen auf die Straße gegangen.

Samstag, 24.11.2007
Beginn 12.00 Uhr
Albertus-Magnus-Platz (Uni Köln)

Alle Infos zur Demo gibts hier:
http://www.freiheit-ist-sicherheit.de/demo_2411.php

Infos zur Verfassungsbeschwerde gegen das Gesetz hier:
http://infoportal.blogsport.de/2007/11/18/verfassungsbeschwerde-gegen-vorratsdatenspeicherung-2/

aaaaaprvdgrwwelt 01.12.2007

Interview mit Mono für Alle zu diesem Thema

knox 28.12.2007

knox 28.12.2007

31.12.: Trauermarsch durch Hamburg wegen verlorener Privatsphäre

In Hamburg wird am Montag, den 31.12.2007 um die verlorene Privatsphäre der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland getrauert. Ein Trauerzug wird einen Sarg als Symbol für den Verlust von Privatsphäre, Grund- und Bürgerrechten durch die Innenstadt tragen. Hintergrund ist ein von CDU, CSU und SPD beschlossenes Gesetz, dem zufolge ab 2008 das Kommunikations- und Bewegungsverhalten aller Telefon-, Handy- und Internetnutzer in Deutschland verdachtslos registriert werden soll (Vorratsdatenspeicherung).

Treffpunkt für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist das Kaufhaus "Saturn", Eingang Mönckebergstraße, um 13 Uhr. Die Teilnehmer werden über die Mönckebergstraße und Bergstraße bis zum Reesendamm ziehen, um schließlich den Sarg am Rathausplatz abzusetzen. Es wird sich eine Kundgebung anschließen, auf der Dr. Nils Zurawski von der Universität Hamburg, Kai-Uwe Steffens vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung und Dr. Silke Lüder von der Freien Ärzteschaft e.V. zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sprechen werden. Zugleich werden von 11 bis 17 Uhr auf der Reesendammbrücke Infotische der Piratenpartei Hamburg, von Attac und des FoeBuD e.V. bereit stehen, um über die Vorratsdatenspeicherung und die zunehmende staatliche Überwachung zu informieren und Informationsmaterial zu verteilen.

Wir laden alle besorgten Bürgerinnen und Bürger ein, den Trauerzug - möglichst im schwarzen Anzug oder schwarzen Kostüm - zu begleiten und so ihren Protest gegen die ausufernde Überwachung zum Ausdruck zu bringen! Die Medien laden wir ein, den Trauermarsch anzukündigen und über ihn zu berichten.

Organisiert wird die Veranstaltung von den Ortsgruppen Hamburg und Buchholz des Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung. Kontakt per E-Mail: buchholz@vorratsdatenspeicherung.de. Anfahrt: 5 Minuten Fußweg ab Hamburg Hauptbahnhof. Das Kaufhaus "Saturn" (Treffpunkt) befindet sich in der Mönckebergstraße 1.

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